Körper, Atem, Geist

Mit Yoga können wir selber unsere geistige und körperliche Gesundheit nachhaltig erhalten und verbessern. Durch Yoga entwickeln wir ein besseres Verständnis für unseren Körper. Und mit dem selbstständigen Üben von Yoga beginnen wir Eigenverantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen. Es geht um Einheit und Harmonie auf drei wesentlichen Ebenen – Körper, Atem, Geist (Sinneswahrnehmung, Gedanken, Bewusstsein...)

Yoga bietet eine vielseitiges Spektrum konkreter Übungen und nachvollziehbarer Methoden und kann uns auch in der Bewältigung von Krankheiten helfen. Es steht heute außer Frage, dass ein regelmäßiges Bewegungstraining, das wie Yoga den Menschen ganzheitlich mit einbezieht, auf mehreren Ebenen unseres Systems positive Wirkungen zeigt. Immer mehr wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Yoga:

- Stress reduzuiert
- Verspannungen löst
- psychisches Wohlbefinden fördert
- vegetative Prozesse harmonisiert
- körpereigene Abwehrkräfte steigert
- Selbsveränderung und Erneuerung anregt

Yoga Traditionen

Die speziellen Methoden und Übungen des Yoga wurden neben wenigen schriftlichen Aufzeichnungen, lange Zeit nur mündlich, von Mensch zu Mensch, weitergegeben. Viele der heute noch praktizierten Yoga-Übungen gehen auf die Rishis, die alten Einsiedler, Seher und Weisen Indiens zurück.

Hatha Yoga ist das, was wir – allgemein im Westen – unter "Yoga" verstehen. Im Mittelpunkt stehen intensive Körperübung, Atemübung und Meditation – also mehr Praxis als Philosophie.

In neuerer Zeit hat – neben vielen anderen Lehrern – der südindische Gelehrte und Yogi
Sri T. Krishnamacharya das heutige, international verbreitete Yoga, maßgeblich beeinflußt.
Viele weltweit angesehene Yogalehrer waren seine Schüler. In direkter Linie seine Söhne:
Sri T.K.V. Desikachar
& Sri T. K. Sribhashyam. Aber auch andere, wie z. B. Indra Devi, Srivatsa Ramaswami und A.G. Mohan, so wie die heute sehr populären Yogis: Sri B.K.S. Iyengar und
Sri K. Pattabhi Jois
(Astangha Yoga).

Das heutige Yoga ist direkt und indirekt durch das Lebenswerk von Sri T. Krishnamacharyas maßgeblich beeinflusst und weltweit verbreitet worden.

Das Yoga, das wir in der Frankfurter Yogaschule unterrichten besteht aus dieser Tradition.

Asana – Körperübungen.

Generell steht bei den Körperübungen des Yoga (Asana) unsere Wirbelsäule und der gesamte Bewegungsapparat im Mittelpunkt. Gesundheit, Beweglichkeit, Stabilität, Belastbarkeit und ein freier Atem sind wesentliche Ziele jeder Yogapraxis. Kein Kampf gegen den Körper, sondern ein bewusstes Eingehen auf den Körper. Nicht das Erreichen einer "perfekten" Form, oder Ringen um Erfolg, sondern Akzeptanz dessen was da ist.

Eine traditionelle Yogapraxis besteht aus einer Sequenz verschiedener Asana (Haltungen) mit deren Hilfe wir auf intensive und sichere Weise unsere Bewegungsmöglichkeiten verbessern. Die einzelnen Asana können auf unterschiedlichste Art und Weise ausgeführt und kombiniert werden. Dynamisch oder statisch, kurz oder lang, mit einer speziellen Atemtechnik, Tönen etc.
Jede Yogapraxis hat eine bestimmet Wirkung, ein Vorher und ein Nacher. Und da der Körper Veränderungen zum Teil nur langsam und schrittweise auf nimmt, sollte eine wirksame Yogapraxis entsprechend vorbereitet, sinnvoll aufgebaut und angeleitet werden.

Pranayama – Atemübungen.

Die komplexe Beziehung zwischen Atem (Prana), Körper und Geist, wird im Yoga auf vielfältige Weise genutzt. Prana, oder im übertragendem Sinn Lebensenergie, ist ein zentraler Aspekt im Yoga und eng mit dem Atem verbunden. Neben Reinigung und Abbau von Schlacken hilft der Atem auch den Geist zu beruhigen.

In der Yogapraxis spielt der gleichmäßig fließende und bewusst geführt Atem eine sehr wichtige Rolle. Der Atem gibt den Übungen Inhalt und Struktur. Asana und Vinyasas können mit einem gleichmäßigen und langen Atemfluss – mit oder ohne Atempausen auf vielfältige Art und Weise kombiniert werden. Körper und Geist kommen so ins Gleichgewicht, da beide sich an der Befindlichkeit des Atems orientieren. Auch in der Heilung spielt die Fähigkeit, den eigenen Atem zu schulen und zu verlangsamen, eine zentrale Rolle. Mit der Hilfe des Atems kann das natürliche Gleichgewicht von Körper und Geist wieder hergestellt werden.

Samyama – Meditation.

"Yoga ist der Zustand in dem die Bewegung des Denken zur Ruhe kommt."
Patanjali, Yogasutra 1

Alles im Leben das uns bewegt ist geistiger Natur. Was von uns Menschen in Millionen von Jahren erschaffen wurde, ist mittels unseres "Bewussteins" entstanden. Mit unseren Vorstellungen und Wünschen beeinflussen wir unmittelbar die Realität. Wir planen, denken, handeln und manifestieren somit unsere Gedanken in der Welt. Es entstehen Religionen, Nationen, Städte, Ideen, Wissenschaft, Methoden, Kunst, Kultur, Kriege etc. Unsere gesamte Zivilisation ist das Abbild unseres kollektiven Bewusstsein und Handeln und alles steht mit einander in wechselseitiger Beziehung ...

Die sinnliche Wahrnehmung ist unser Tor zu Welt und wir stehen ununterbrochen mit der Welt in Verbindung – so lange wir leben. Ob wir tief schlafen, träumen oder hellwach sind. In unserer Wahrnehmung gibt es nur einen Moment: Jetzt! Aber, durch unserer Fähigkeit des Speicherns, dem Wiedererkennen, Benennen, Denken, Analysieren etc., als Teil unseres Bewusstseins, entsteht subjektiv betrachtet Zeit und die Trennung von der Welt. Einteilung in jetzt, morgen, gestern, innen, aussen, ich, du, schwarz, weiss, gut, böse, Erfahrungen, Konditionierung usw... Ist Bewusstsein ohne denken, einteilen, bewerten etc. möglich? Kann unser ganzes alltägliches Denken jemals zur Ruhe kommen?

Worte können das Unfassbare niemals beschreiben. Meditation ist nicht etwas das wir mit Mühe und Zeit erlernen können. Wir können auch den Moment – das Leben – nicht festhalten. Wir können nur erkennen – das was ist. Das Wahre als wahr erkennen – Falsches als falsch. Jenseits der Gedanken. Jenseits von Wissen. Jenseits von Zeit...

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